08.06.2017

Gebäudesteuerung

Wie Finke in seinen Möbelhäusern mit KNX Energie spart

 (Foto:Finke/bab-tec.de)

Der größte Störfaktor in einem vernetzten Gebäude ist der Mensch. Deshalb setzt die Möbelhauskette Finke bei der Vernetzung auf KNX und konnte die Energiekosten bereits spürbar senken.

Mit einer Verkaufsfläche von 40.000 m² bewirtschafteter Gesamtfläche ist das Finke Möbelhaus in Hamm ein Haus der oberen Größenklasse. Eine alte Marketingweisheit besagt: Licht lockt Leute. Und deshalb strahlen überall auf der Welt Verkaufsflächen und auch die Fassaden besonders hell. Jeder weiß aber auch, dass Licht Energie ist und damit viel Geld kostet.

Wichtig für motivierte Verkäufer und entspannte Kunden ist außerdem ein angenehmes Arbeitsklima. Dazu gehören Heizung, Kühlung und Lüftung, die wiederum viel Energie benötigen. Der Energieverbrauch einer Verkaufsfläche ist ein entscheidender betriebswirtschaftlicher Faktor, und gigantische Verkaufsflächen führen zu gigantischen Energiekosten. Letzteres muss nicht sein, fand Dietmar Schneider, Energieberater bei der Möbelhauskette Finke und setzte konsequent auf KNX-Sensoren und -Aktoren sowie auf den EIBPORT und FACILITY-MASTER von BAB Technologie. Hinzu kam viel Sach- und gesunder Menschenverstand. Damit ließen sich die Energiekosten um fast 50 Prozent reduzieren.

Der Mensch hat als Störfaktor keinen Einfluss

Die eigentliche Idee hinter dem Konzept bei Finke in Hamm und in allen deutschen Finke-Häusern ist es, den tatsächlichen Licht-, Luft- und Heizungs-Ist-Zustand fortlaufend zu ermitteln und an die jeweiligen Bedingungen anzupassen. Licht soll nur dort sein, wo es gebraucht wird. Die verschiedenen LED-Leuchten sind mit vernetzten Präsenzmeldern ausgerüstet. Lichtschalter fehlen gänzlich.

Eine Tatsache haben Energieberater gelernt: Der größte Störfaktor für eine Energieoptimierung ist der spontane Eingriff des Menschen. Licht wird in Räumen zwar eingeschaltet, aber oft nicht wieder ausgeschaltet. Die Heiztemperatur wird von einem Mitarbeiter nach oben korrigiert, der nächste senkt sie ab. Und im Extremfall kämpft die Klimaanlage gegen die Heizung. Bei Finke sorgen Sensoren dafür, dass stets optimale klimatische und Beleuchtungs-Zustände für Kunden, Mitarbeiter und die Energierechnung herrschen. Und KNX sorgt dafür, dass alle Regeln zuverlässig ausgeführt werden.

Die gesamte Haustechnik spricht KNX

Dietmar Schneider, Herr über die Gebäudetechnik in den Finke-Häusern, schwört auf KNX: „KNX ist zuverlässig und bietet alle Möglichkeiten der Automation, auch bei einer so großen und komplexen Installation, wie hier. FACILITYMASTER, EIBPORT und die Visualisierungstools waren eine wichtige Voraussetzung, damit die Gebäudesteuerung auch Hausmeister-kompatibel gestaltet werden konnte. Alles muss auch für Hausmeister plausibel und leicht verständlich sein.“

Die gesamte Haustechnik spricht KNX. „Nicht-KNX-fähige Komponenten wurden entsprechend umgebaut, nicht immer zur Freude der Hersteller“, ergänzt Schneider. Dies war bei den beiden Heizkesseln notwendig. Die positive Folge der Einbeziehung in das Gesamtsystem ist, dass die Kessel bedarfsgerecht zu 90 Prozent der Zeit auf der kleinsten Stufe laufen können. Beide Kessel ergänzen sich bei Bedarf. Wärme wird nur dann erzeugt, wenn die Raumsensoren vor Ort einen Bedarf melden. So konnten die Zahl der Starts der Kessel von nicht vernetzt 271.000 auf ca. 80.000 reduziert werden. Das Ziel, die Kosten um 30 Prozent bis 40 Prozent zu reduzieren, wurde erreicht.

Eine angenehme Nebenerscheinung ist, dass die Wartungskosten gleichermaßen gesenkt werden konnten. Bei weniger Starts und weniger Betriebskosten verschleißen die Komponenten langsamer, als im Normalbetrieb. Das Erreichte spricht für sich. Die Energiekosten konnten gegenüber dem Stand vor der Automatisierung mit KNX nahezu halbiert werden. Damit rechnet sich die Investition schon nach wenigen Jahren.

Günther Ohland* / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter *
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