07.06.2017

Mid-Range-Oszilloskop

Serie 5 von Tektronix mischt den Scope-Markt auf

 (Foto:Tektronix)

Messtechnik neu definiert: Mit der Serie 5 bietet Tektronix eine komplett neue Klasse an Mid-Range-Oszilloskopen mit Bandbreiten von 350 MHz bis maximal 2 GHz. Dabei lassen sich die Eingangskanäle flexibel konfigurieren.

Der Messtechnik-Spezialist Tektronix präsentiert mit der Serie 5 ein sogenanntes Mid-Range-Oszilloskop, das über 4, 6 oder 8 analoge sowie bis zu 64 digitale Kanäle verfügt. Warum jetzt so ein Gerät? Am Beispiel moderner Autos zeigt sich, dass verschiedene Busse und Spannungen gemessen werden müssen. Entwickler müssen immer mehr Aufgaben erledigen und damit steigen auch die Anforderungen an die Standard-Werkzeuge wie einem Oszilloskop.

Was bei der neuen Serie 5 sofort auffällt, ist das große kapazitive Touch-Display mit einer Diagonalen von 15,6'' und einer Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten. Sämtliche Eingaben lassen sich direkt über das Display steuern. Alternativ kann der Anwender weiterhin über die Drehknöpfe seine Messergebnisse auswerten.

12-Bit-A/D-Wandler und vertikale Auflösung von 16 Bit

Nach Angaben des Herstellers ist die Serie 5 komplett neu entwickelt: Das ASIC ist eine exklusive Entwicklung ebenso wie Trigger, der 12-Bit-A/D-Wandler oder die digitale Erfassung. Der verwendete Frontend-Verstärker reduziert das Rauschen um etwa 4,5 dB gegenüber Oszilloskopen der vorherigen Generation. Die vertikale Auflösung liegt bei 16 Bit.

Neu ist auch das Konzept der FlexChannel: Entwickler benötigen mehr als vier analoge Eingangskanäle. Bisher mussten sie weitere Geräte koppeln, um die notwendige Anzahl an Kanälen zu erhalten. Mehr als vier Kanäle sind auch für das Design von Motorsteuerungen und Umrichtern, Automobilelektronik, Stromversorgungen sowie für Analysen bei der Energieumwandlung erforderlich. Im Gegensatz zu konventionellen Oszilloskopen bieten die MSOs der Serie 5 vier, sechs oder acht dieser FlexChannel und damit erstmals umkonfigurierbare Eingänge für das Messgerät.

Standardmäßig verfügt der Eingang über einen TekVPI+-Stecker, der für alle analogen TekVPI-Tastköpfe passt. Wird der neu entwickelte TLP058-Logiktastkopf angeschlossen, dann werden aus dem analogen Eingang gleich acht digitale Kanäle. Der Anwender kann so viele Logiktastköpfe hinzufügen, wie er benötigt, so dass 8 bis 64 Digitalkanäle möglich sind. Digitale Signale werden genau gleich wie analoge Signale abgetastet, getriggert und gespeichert.

Windows als Betriebssystem

Alle heute am Markt erhältlichen Oszilloskope basieren entweder auf einem dedizierten System oder auf einem Windows-System. Jeder Ansatz hat seine Vor- und Nachteile. Tektronix bietet seinen Anwendern die Wahl, zwischen einem dediziertem und einem Windows- System zu wählen. Auf der Unterseite des Messgerätes befindet sich eine entsprechend SSD. Ist die SSD installiert, dann startet das Instrument als dediziertes Oszilloskop. Unabhängig von der Konfiguration verfügt das Oszilloskop über die gleiche Bedienoberfläche.

Ab Werk oder später im Feld lassen sich die Geräte mit einem Arbitrary-Funktions-Generator, Digitaltastköpfen, einer erweiterten Aufzeichnungslänge von bis zu 125 MPoints, zusätzlicher Protokoll-Unterstützung und einer Bandbreite von bis zu 1 GHz erweitern. Eine Erweiterung auf 2 GHz ist über das Service-Zentrum von Tektronix möglich. Der Startpreis liegt bei 12.500 Euro.

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Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter *
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